Existenzielle Pädagogik – eine Übersicht

Die Existenzielle Pädagogik ist kein Konzept, kein Rezept und auch keine Methode, in der alle Pädagog*innen gleich reagieren und handeln, sondern sie fordert zu einer individuellen, wertschätzenden Haltung heraus, mit der wir Kindern und Eltern bzw. allen Menschen begegnen. 

Lernen Sie hier die Existenzielle Pädagogik kennen, wie sie unsere Arbeit im Kontext fachlicher Anforderungen durchdringt. Erfahren Sie, wie sie entstanden ist und ihren Weg zu uns ins Elisabethstift fand.

Existenzielle Pädagogik kennenlernen

Existenzielle Pädagogik

„In erster Linie lehren wir keine Werte – wir leben sie.“
Im gesamten Elisabethstift setzen wir einheitlich die Existenzielle Pädagogik um  – jeden Tag aufs Neue.

Die Existenzielle Pädagogik ist in erster Linie eine wertschätzende Grundhaltung, und damit nicht nur im Umgang mit Kindern, sondern überall im Miteinander relevant.
Sie ist eine junge Pädagogik, die aus den Wurzeln der Existenzanalyse von Viktor Frankl entstand und im Wesentlichen aus der Beziehung heraus gestaltet wird, mit dem Ziel, dass (junge) Menschen ein Ja zu ihrem Leben finden, es für sich sinn-voll gestalten und ihre (eigenen) Werte leben können. 

Existenziell-pädagogische Sicht auf fachliche Anforderungen der Jugendhilfe

  

 | Elisabethstift Berlin

 

„Die Existenzielle Pädagogik durchdringt unser fachliches Handeln.“ 

In unserer Arbeit begegnen wir sozialen Herausforderungen, denen wir uns stellen und nach fachlichen Antworten und Lösungen suchen. Unser Handeln ist dabei durchdrungen von einer existenziell-pädagogischen Sicht auf fachliche Anforderungen an die Kinder- und Jugendhilfe.
Lernen Sie unsere Sichtweise auf 15 dieser Anforderungen kennen und verstehen Sie, wie wir mit Themen arbeiten, wie bspw.:

Geschichte der Existenziellen Pädagogik

Die Existenzielle Pädagogik entwickelte sich aus der 'Existenzanalyse' und der Logotherapie von Viktor Frankl, dem Begründer der 3. Wiener Schule der Psychoanalyse (ganz einfach gesagt: die 1. Wiener Schule ist die Lehre Siegmund Freuds, der nach dem Unbewussten fragte, die 2. Wiener Schule gründet sich auf die Lehren von Alfred Adler, der nach dem Individuum fragt und Viktor Frankl stellt in seiner Lehre die Frage nach dem Sinn in den Vordergrund.) Frankl legt seiner Lehre das jüdisch-christliche Menschenbild zugrunde. Er war selbst im KZ und hat dort die These entwickelt, dass man als Mensch immer die Wahl hat, wie man sich zum Leben verhalten möchte, auch wenn das 'Leben einem übel mitspielt'. Man kann sich entscheiden, ob man auch in der Gefangenschaft auf ein gepflegtes Aussehen Wert legt oder nicht. Man kann entscheiden, ob man dem KZ-Wärter höflich begegnet oder nicht, ob man die Gitterstäbe am Fenster sieht oder die Freiräume dazwischen. 

Die Haltung ist das Entscheidende: erwarte ich vom Leben, dass ich es gut habe und breche zusammen, wenn es sich nicht erfüllt - oder ist es nicht eher umgekehrt: erwartet das Leben von mir eine Antwort, wie ich es gestalten möchte, mit den Möglichkeiten, die ich zur Verfügung habe? Frankl stellte die These auf, dass Menschen immer das tun, was sie im Moment für sinnvoll halten, bzw. was ihnen persönlich wichtig (wertvoll) ist. In seinem Therapieansatz geht es daher darum, herauszufinden, was die Ursache dafür ist, wenn Menschen nicht auf ihre körperliche, geistige oder seelische Gesundheit achten, warum sie sich selbst nicht wertschätzen (können), und was ihnen stattdessen wichtig ist. Es geht um eine Einladung an den Menschen, seine eigenen Werte zu leben und für sich persönliche, sinnvolle Ziele zu formulieren.

Frau Prof. Dr. Eva Maria Waibel, Dozentin an einer pädagogischen Hochschule in Österreich, entwickelte Grundzüge einer Existenziellen Pädagogik, in dem sie ihre beruflichen Werdegänge zusammenbrachte: ihre Erfahrungen als Grundschullehrerin, Anforderungen an eine (Schul-)Pädagogik in der Ausbildung von Lehrkräften und die Ausbildung zur Logotherapeutin als Schülerin Viktor Frankls und A. Längle. In ihrem Buch 'Erziehung zum Selbstwert' formulierte sie Eckpunkte einer existenziellen Pädagogik, die dann in ihrem fachlichen Handbuch 'Erziehung zum Sinn - vom Sinn der Erziehung' fortgeführt und vertieft wurden. Frau Dr. Waibel begleitet das Elisabethstift in der Umsetzung der Pädagogik wissenschaftlich und sucht gemeinsam mit Studierenden regelmäßig den fachlichen Austausch, der dazu beiträgt, Theorie und Praxis immer wieder zu überprüfen und gegenseitig anzupassen.

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